Schöner Wohnen: Für Mieter öfter ein Wunsch, für Eigentümer öfter Realität

  • Wohntraumstudie 2021: Im Schnitt leben Mieter auf 80 Quadratmetern, Eigentümer auf 139 – die Mehrheit wünscht sich 140 Quadratmeter
  • Mieter leben öfter städtisch und in Wohnungen, Eigentümer können sich den Traum vom Haus häufiger erfüllen

Ob Ausblick, Ausstattung oder Bauzustand: Bei den Wohnträumen der Deutschen klafft mitunter eine deutliche Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Das geht aus der neuesten Wohntraumstudie der Interhyp AG hervor, die Deutschlands größter Vermittler privater Baufinanzierungen seit 2011 veröffentlicht. Dafür wurden 2021 mehr als 2.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer repräsentativ befragt. Gut ein Drittel der Befragten möchte seine Wohnsituation verändern. Gut jeder Zweite möchte sich bei Ausstattung oder Größe verbessern. Bei Mietern ist die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit größer als bei Eigentümern. So äußern Mieterinnen und Mieter (47 Prozent) deutlich häufiger den Wunsch nach Veränderung der Wohnsituation als Eigentümerinnen und Eigentümer (19 Prozent).

Eigentümer haben mehr Zimmer und mehr Platz

Laut der aktuellen Erhebung wohnen 79 Prozent der Mieterinnen und Mieter auf einer Fläche von bis zu 100 Quadratmetern, 81 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer nennen mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche ihr Zuhause. In Mittelwerten ausgedrückt wird die Diskrepanz noch deutlicher: Im Schnitt bewohnen Mieter 80 Quadratmeter Wohnfläche, im Gegensatz zu 139 Quadratmetern bei Eigentümern. Das spiegelt sich auch bei der Zimmeranzahl wider. 69 Prozent der Mieter bewohnen maximal drei Zimmer, während 86 Prozent der Eigentümer mindestens vier Zimmer haben. Im Schnitt wünschen sich Eigentümer wie Mieter eine Wohnfläche von 140 Quadratmetern. Drei von vier Befragten würden gern auf mehr als 100 Quadratmetern leben. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft allerdings eine Lücke von 35 Quadratmetern.

Wohnungen werden vermietet, Einfamilienhäuser vom Eigentümer bewohnt

Rund 60 Prozent der Befragten leben aktuell in einer Wohnung, 40 Prozent in einem Einfamilienhaus. Von den Befragten im Einfamilienhaus leben zwei Drittel in einem freistehenden Haus, 18 Prozent in einer Doppelhaushälfte und 16 Prozent im Reihenhaus. Die Art der Immobilie korreliert laut Interhyp stark mit dem Besitzverhältnis: 83 Prozent der Wohnungen werden vermietet. Bei Einfamilienhäusern hingegen wird überwiegend (zu 78 Prozent) im Eigentum gelebt. Beides korreliert wiederum mit der Wohnlage: Großstädtisch wohnen 74 Prozent zur Miete, die meisten davon in einer Mehrfamilienhauswohnung. Auf dem Land/Dorf wohnen 58 Prozent im Eigentum, die Mehrheit davon im Einfamilienhaus. Wie in den Vorjahren wohnen lediglich 4 Prozent in einem Neubau, der jünger als fünf Jahre ist. 29 Prozent leben in einem 30 bis 50 Jahre altem Haus und 35 Prozent in einem Objekt, das älter als 50 Jahre ist. 57 Prozent der Befragten mieten ihr Zuhause. Dabei würden sich 72 Prozent der befragten Mieter wünschen, einmal in den eigenen vier Wänden zu leben.

Mehr Traum als Realität: Sonnenstrom auf dem Dach und warme Füße

Bei einigen Ausstattungsmerkmalen offenbaren sich besonders große Unterschiede zwischen der Wohnrealität und dem Wohntraum. So wünschen sich 56 Prozent eine energiesparende Isolierung, lediglich 14 Prozent haben sie. Von einer Fußbodenheizung träumen 51 Prozent, während nur 20 Prozent warme Füße haben. Barrierefreiheit wünschen sich 44 Prozent, nur 11 Prozent haben sie. Eine Solaranlage wollen 44 Prozent – und nur 10 Prozent verwandeln die Dachsonne in Strom.

Die Aussichten könnten besser sein: Viele mit Blick aus dem Fenster unzufrieden

Die größte Kluft zwischen Traum und Realität ist im Jahr 2021 die Aussicht aus dem Zuhause. Ein schöner Blick aus den Fenstern ist für 93 Prozent wichtig, nur 66 Prozent können sich an einem solchen erfreuen. Möglichkeiten der eigenen Gestaltung sind für 86 Prozent wichtig, nur 62 Prozent sind mit ihren häuslichen Gestaltungsmöglichkeiten zufrieden.

Träumen erlaubt: Angespannte Marktlage sorgt für bodenständige Wünsche

Wie die Erhebung weiterhin zeigt, fällt es vielen Menschen zunehmend schwer, sowohl zu träumen – als auch die Träume zu verwirklichen. “Der Wohnungsmarkt wird als noch angespannter und herausfordernder erlebt, und die Machbarkeit der Träume scheint den Menschen entsprechend schwierig”, sagt Mirjam Mohr mit Blick auf die Studie, in deren Rahmen auch tiefenpsychologische Interviews durchführt wurden. Um nicht enttäuscht zu werden, bleiben die Menschen mit ihren Träumen auf dem Boden. Das freistehende Einfamilienhaus bleibt der Wunschtraum der Deutschen – im Vergleich zu den Vorjahren sogar mit steigender Tendenz. In der Wunschvorstellung ist fast immer ein Garten um das Haus dabei – und Abstand zu anderen Häusern.

Quelle: interhyp (sw)

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